
Fabian Chyle
Fabian Chyle studierte Tanz, Theater und Choreographie in Amsterdam, New York und San Fransisco. Er ist als Choreograph und Performer in Europa und den USA tätig. Seine künstlerischen Arbeiten sind ästhetische Grenzüberschreitungen, die verschiedene Kunstrichtungen miteinander verbinden.
Fabian Chyle erhielt für sein künstlerisches Schaffen diverse Preise und Auszeichnungen, u.a. ein Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg sowie Konzeptionsförderung von der Stadt Stuttgart, dem Land Baden-Württemberg und dem Fonds Darstellende Künste.
"Das Innere nach außen kehren. Die Menschen in Fabian Chyles Bühnenstücken und Installationen wirken oft, als hätte ihnen jemand das Fell über die Ohren gezogen. Den hübschen wärmenden Pelz der Konvention gestohlen. Sie sind nun roh; scheinen ganz unmittelbar der Außenwelt und den eigenen inneren Impulsen ausgeliefert. Da macht der Tanz eher keine geraden Linien, hübsche Bögen oder weiche Wellen, sondern treibt seinen Schabernack mit den aus der Fassung gebrachten Körpern, knickt, verschiebt, verkrümmt sie oder lässt sie wie elektrisiert in die Luft fingern.
Chyle verleiht ihnen Persönlichkeiten oder setzt sie bestimmten Räumlichkeiten, Umständen und Dingen aus. So machen er und sein Team auch Performances in Privatwohnungen, im Internet, in rundum einsehbaren Glaskästen im öffentlichen Raum („Misplaced X“) oder in hängenden halbdurchsichtigen Boxen. Der Nijinski, den Chyle selbst verkörpert, haust als Ortloser in einem Wohnwagen und um ihn herum. Die Figuren in „Ich nicht ich“ führen eine Art Doppelleben in und auf einem großen flachen Kasten mit Luken. Zur Schau gestellt sein: Auch an dieser Lust und diesem Zwang kämpfen die Körperbewohner sich ab." (Melanie Suchy)
1991 Abschluss des Studiums an der Theaterschule Amsterdam/ School for New Dance Development
1999 MA Tanz/ Bewegungstherapie am Columbia College Chicago
2000 Gründung von COAC (Crossover Art Concepts), Zusammenschluss von KünstlerInnen unterschiedlicher Sparten
2000 "Schicht" - Performanceprojekt in Siemens Werkhallen auf Einladung des Siemens-Kultur-Programms im Rahmen des Meistersinger Festivals Nürnberg
2002 Choreographische Umsetzung von Wolfgang Rihms Komposition "Tutuguri" bei „attacca“ im Auftrag des SWR
2004 "Misplaced X" - UA bei Eclat Festival Neue Musik Stuttgart
2004 "Multiple Choice" - intermediales Performanceprojekt – Konzeptionsförderung durch die Stadt Stuttgart
2005 "No-Place-Construction" - UA bei Eclat Festival Neue Musik Stuttgart
2006 "Nowhere Noverre" - UA Theaterhaus Stuttgart zu Kompositionen von Thierry de Mey
2008 territorial imbalance - UA Theater Rampe Stuttgart Tanzperformance & Ausstellung
2009 – 2011 Projekt H - Tanz/Musiktheater und Installationen zum Werk Peter Handkes, in Kooperation mit dem SWR